Welt Katzentag

Welt Katzentag

Tierheim hat am Welt-Katzen-Tag noch immer Aufnahmestop für Samtpfoten

Der Appell des Tierschutzvereins: „Spenden Sie jetzt! Unterstützen Sie uns dabei, Leben zu retten und Tierleid nachhaltig zu lindern.“

Seit über 9000 Jahren begleiten sie den Menschen – eigenwillig und unabhängig, zugleich aber auch liebevoll und sanftmütig. Die Katzen. Kaum verwunderlich, dass diese einzigartige Mensch-Tier-Verbindung am heutigen Welt-Katzen-Tag gefeiert wird. Tierschutzvereine nutzen den Aktionstag, um wie so oft zu artgerechter Katzen-Haltung und zur Bekämpfung von Vernachlässigung und Misshandlung aufzurufen. „Eine landkreisweite Katzenschutzverordnung mit Kastrations- und Registrierungspflicht muss her! Besser gestern als morgen“, so lautet das Fazit des Tierschutzvereins Bad Mergentheim und Umgebung e.V.. Denn auch in diesem Jahr musste der Verein, der sein kleines Tierheim unterhalb von Burg Neuhaus betreibt, wegen Überfüllung wieder einen Aufnahmestopp mit Warteliste für Katzen verhängen. Dieser gilt bereits seit dem 30. Juni und ein Ende ist nicht abzusehen.
 
„Wir werden seit Anfang Mai regelrecht mit Katzen, vor allem mit Jungtieren, geflutet. 62 Katzen wurden seitdem aufgenommen, zusätzlich 11 wilde Katzen kastriert und einige Katzenkinder und Jungkatzen in privaten Pflegestellen untergebracht. Viele davon kommen ohne Mutterkatze, auf die sie aber eigentlich angewiesen sind. Die Kleinen sind total verwurmt, verfloht, verschnupft und kämpfen mit Unter- sowie Mangelernährung“, berichtet Jasmin Paul, 2. Vorsitzende des Tierschutzvereins Bad Mergentheim und Umgebung e.V.. Bis die Katzenkinder alt genug für die Vermittlung und gesund sind, vergehen in der Regel mindestens 6 bis 8 kosten- und pflegeintensive Wochen zwischen Hoffen und Bangen. „Gerade für die Tierpflegerinnen ist das ein immenser Kraftakt. Körperlich wie auch psychisch. Neben den täglichen Aufgaben müssen die vielen, teils totkranken Katzen versorgt werden. Einige sterben. In den letzten acht Wochen haben wir trotz intensiver Bemühungen allein 5 Katzenkinder und 5 erwachsene Katzen verloren.“ Ein Schicksal, dass die Samtpfoten mit zahlreichen wild lebenden Artgenossen im Main-Tauber-Kreis teilen. Ein Schicksal, dass durch eine flächendeckende Kastrations- und Registrierungspflicht über die Jahre minimiert werden könnte. „Wir geben den Katzen, die bei uns im Tierheim oder in den Pflegestellen ankommen, im Rahmen unserer begrenzten Möglichkeiten eine Chance. Wir betreuen sie medizinisch, geben ihnen Liebe und Zuneigung und kümmern uns aufopferungsvoll. Zum Glück schaffen es die meisten und bekommen die Chance, auf ein neues Leben. Einige müssen wir aber auch gehen lassen. Für diese Tiere sind wir, die Tierpflegerinnen und Ehrenamtlichen, in ihren letzten Stunden und Minuten ebenfalls da. Und jeder, der sich schon einmal von einem Tier verabschieden musste, weiß, wie schwer und schmerzlich das ist“, so Jasmin Paul.
 
Gern würde der kleine Tierschutzverein noch mehr tun, aber es klemmt an allen Ecken und Enden – baulich wie auch finanziell. „Aktuell haben wir im Tierheim und auf unseren Pflegestellen knapp 50 Katzen. Wirklich tolle Tiere, die auf ihre Herrchen und Frauchen warten. Doch die Vermittlungen laufen leider schlecht – bei weiter steigenden Anfragen zur Abgabe von gefundenen Katzen, die wir aktuell nicht wirklich stemmen können“, berichtet die 2. Vorsitzende. Leider sei die Nachfrage nach Katzen seit Corona stark gesunken. „Die Menschen haben sich in der Pandemie-Zeit viele Tiere angeschafft, nicht nur Katzen, auch Hunde, Kaninchen und kleine Heimtiere. Weiterhin besteht Unsicherheit, was die Zukunft finanziell bringt. Alles kostet Geld, alles wird teurer. Ein Haustier ist zwar ein toller Weggefährte, finanziell aber schwer einschätzbar, was auf einen zukommt, sollte das Tier oder man selbst einmal länger krank werden.“
 
Doch im Tierheim Bad Mergentheim gibt niemand trotz steigender Fundtierzahlen auf. „Aufgeben könnten wir auch gar nicht. Es gibt immer mehr Katzen, aber auch immer mehr andere Haustiere, die unsere Hilfe benötigen. Es MUSS einfach weitergehen“, erklärt Jasmin Paul. Ein wichtiger Meilenstein für die Tierschutzarbeit in der Region ist der anstehende Tierheim-Neubau in Bad Mergentheim, für den trotz intensiver Bemühungen noch immer etwas mehr als 350.000 Euro fehlen. Im neuen Tierheim könnten inklusive Krankenstation und Quarantäne bei voller Besetzung bis zu 80 Katzen untergebracht werden. Das sind doppelt so viel Tiere wie aktuell möglich. Eine enorme Verbesserung gegenüber dem kleinen, baufälligen, aktuellen Tierheim. „Mein Traum wäre es, dass wir am Welt-Katzen-Tag 2024 verkünden können: Wir haben es gemeinsam geschafft! Der Tierheim-Neubau ist finanziert!“, so Jasmin Paul. Daher appelliert sie im Namen des Tierschutzvereins Bad Mergentheim und Umgebung e.V.: „Helfen Sie den Schwächsten. Machen Sie sich für Ihr Tierheim in der Region stark. Spenden Sie jetzt und unterstützen Sie uns dabei, Leben zu retten und Tierleid nachhaltig zu lindern.“

Spenden unter dem Stichwort „Katzen in Not“:

  • Sparkasse Tauberfranken, IBAN: DE63 6735 2565 0000 0226 32
  • Volksbank Main-Tauber, IBAN: DE69 6739 0000 0086 5966 288

Spenden für den Tierheim-Neubau:

  • Sparkasse Tauberfranken, IBAN: DE36 6735 2565 0002 2770 10 

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